Häuser · Beitrag Nr. 001

Im Hotel aufgewachsen: Leben im Hotel Rosenstock im Allgäu

Seit 1954 führt meine Familie das Hotel Rosenstock in Fischen im Allgäu. Wie es ist, dort aufzuwachsen und zu wohnen: Essen, Arbeit, Wellness.

Beim Abspielen lädt ein Video von YouTube. Dabei gelten die Datenschutzhinweise.

9:15

Die meisten kennen ein Hotel für ein paar Tage: anreisen, bleiben, abreisen. Ich kenne es seit gut 25 Jahren als Zuhause. Meine Familie führt das Hotel Rosenstock in Fischen im Allgäu in dritter Generation, und ich wohne dort. In diesem Beitrag erzähle ich, wie das Haus entstanden ist und wie ein Alltag aussieht, in dem Frühstücksbuffet, Baustelle und Schwimmbad zum eigenen Haushalt gehören.

Vom Skilift zum Hotel: die Geschichte seit 1954

Angefangen hat es mit einem Skilift. 1953 bekam Fischen einen Lift, um mehr Touristen ins Dorf zu holen und dem Skitrend zu folgen. Ein Jahr später eröffneten der damalige Bürgermeister Alfons Karg und seine Frau das Haus Rosenstock, damit diese Touristen auch einen Platz zum Übernachten hatten. Die beiden waren meine Urgroßeltern.

1964 übernahmen meine Großeltern und machten aus dem einfachen Haus ein Hotel: Es kamen Zimmer dazu, ein Schwimmbad wurde gebaut, die Zimmer bekamen eigene Bäder. Heute leiten meine Eltern das Hotel. Kurz vor der Jahrtausendwende kam ich auf die Welt, und so bin ich im Hotel aufgewachsen.

Essen im Hotel: Frühstücksbuffet, Tagesmenü und Spätzle

Das Schöne am Leben im Hotel: Um das Essen muss man sich kaum kümmern. Im Haus gibt es eine Küche und Köche, die für die Gäste kochen, und ich darf mich oft anschließen. Morgens gibt es ein Frühstücksbuffet mit allem, was man aus Hotels kennt, von Pancakes bis zur Semmel. Mittags gibt es eine Karte mit warmen und kalten Speisen und Kuchen.

Abends kocht die Küche ein Tagesmenü: Vorspeisen, dann ein Hauptgang zur Wahl mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch, danach ein Dessert, an dem man schwer vorbeikommt, und zusätzlich Käse. Dazu der passende Wein. Das Menü des Tages steht jeweils auf der Website des Hotels. Das eigentliche Problem beim Wohnen im Hotel ist also nicht, dass es zu wenig zu essen gibt.

Trotzdem gilt: Am besten kocht immer noch Mama. Nur kocht sie eben nicht so oft.

Einkauf beim Großhändler

Für den Film sind wir zum Großhändler gefahren, also in einen Supermarkt für Hotels und Gastronomie. Dort gibt es im Grunde alles, was es auch im Supermarkt gibt, nur in ganz anderen Mengen und weniger schön verpackt.

Wie es ist, im Hotel zu wohnen

Im Hotel zu wohnen ist eine gute Sache, das muss man so sagen. Man hat vieles, was andere in ihrem privaten Leben nicht haben: immer gutes Essen und viele verschiedene Zimmer. Wenn ich früher etwas mit Freunden gemacht habe, kamen die meistens zu mir. Waren Zimmer frei, durften wir dort übernachten.

Auf der anderen Seite ist ein Hotel extrem viel Arbeit. Einen typischen Arbeitstag von neun bis fünf gibt es nicht. Gearbeitet wird vor allem dann, wenn andere frei haben: an Feiertagen, abends zum Abendessen, morgens zum Frühstück. Und nachts passiert oft auch noch etwas.

Ein Betrieb, der fast nie schließt

Ein Hotel ist ein Unternehmen, das rund um die Uhr läuft, an fast 365 Tagen im Jahr. Nur an wenigen Tagen wird geschlossen, meist im November, für den Grundputz oder für eine größere Baustelle.

Baustellen gehören dazu. Ein Hotel muss sich immer wieder neu erfinden: Wenn lange nichts gebaut oder renoviert wird, veraltet es, und dann bleiben die Gäste weg. Deshalb gibt es gefühlt alle paar Monate irgendwo eine größere Baustelle. Mal wird das Restaurant umgebaut, mal werden Zimmer renoviert, mal wird der ganze Wellnessbereich neu gebaut.

Wie viel Arbeit das ist, zeigt am besten eine Zahl: In 25 Jahren habe ich genau einmal mit meinen Eltern zusammen Weihnachten und Silvester gefeiert. Das war während Corona, als das Hotel schließen musste. Wir wussten ehrlich gesagt nicht genau, wie das geht. Weihnachten und Silvester sind im Hotel die Tage, an denen am meisten los ist.

Wellness, die man fast nie benutzt

Nach einem langen Arbeitstag wünscht man sich Wellness. Wer im Hotel wohnt, hätte sie direkt im Haus: Das Rosenstock hat einen Wellnessbereich mit Schwimmbad, Saunen und Massagen, die man buchen kann.

Nur weil etwas da ist, benutzt man es aber nicht. Wie oft ich im Jahr in den Wellnessbereich, ins Schwimmbad, in die Bar oder zum Frühstücksbuffet gehe, kann ich an einer Hand abzählen. Für den Film war ich ausnahmsweise wieder dort. Im Ruheraum gibt es Sitzecken, eine Teebar, bequeme Liegen und Hängeliegen, in denen man nach zwei Minuten einschläft. Einer der Plätze dort ist mein Lieblingsplatz.

Lage: Fischen im Allgäu, direkt neben Oberstdorf

Das Hotel Rosenstock liegt in Fischen im Allgäu, etwa eineinhalb Stunden südlich von München. Direkt nebenan liegt Oberstdorf, bekannt für Skifliegen, Skispringen und die Nordische Ski-WM. Rund um das Dorf dreht sich vieles um das, womit 1953 alles anfing: den Skisport.

Das Rosenstock ist heute ein Erwachsenenhotel, Gäste sind ab 15 Jahren willkommen. Die Adresse ist Berger Weg 14, 87538 Fischen im Allgäu.

Häufige Fragen

Wo liegt das Hotel Rosenstock?

Am Berger Weg 14 in 87538 Fischen im Allgäu, etwa eineinhalb Stunden südlich von München und direkt neben Oberstdorf.

Ist das Hotel Rosenstock ein Erwachsenenhotel?

Ja. Das Rosenstock ist ein Erwachsenenhotel, Gäste sind ab 15 Jahren willkommen.

Seit wann gibt es das Hotel Rosenstock?

Seit 1954. Damals eröffneten Alfons Karg und seine Frau das Haus Rosenstock, 1964 bauten ihre Kinder es zum Hotel aus. Heute führt die Familie es in dritter Generation, die vierte wohnt im Haus.

Hat das Hotel Rosenstock einen Wellnessbereich?

Ja, mit Schwimmbad, Saunen, Ruheraum mit Teebar und Massagen, die man buchen kann.

Hat ein Hotel jemals geschlossen?

Nur an wenigen Tagen im Jahr, meist im November für den Grundputz oder für Umbauten. Sonst läuft ein Hotel rund um die Uhr, auch an Weihnachten und Silvester.

TransparenzDas Hotel Rosenstock wird von der Familie des Autors geführt. Dieser Beitrag ist kein Auftrag und keine Anzeige.

*Der Wellnessbereich wurde für diesen Beitrag ausnahmsweise dienstlich betreten.